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16.04.2012 | Dirk Brömmel | Villa Tugendhat





1. März bis 5. April 2012

Eine  Visualisierung von Zeit mithilfe der Fotografie kennzeichnet das Verfahren, mit dem der 1968 geborene Fotograf Dirk Brömmel die Villa Tugendhat aufgenommen hat. Mies van der Rohes Meisterwerk von 1929 im tschechischen Brünn steht – nach überaus wechselhafter Geschichte – seit 2001 auf der Unesco-Welterbeliste und ist heute im Besitz der Stadt Brünn. Bevor das Haus wegen anstehender Renovierung 2010 für die Öffentlichkeit geschlossen wurde, besuchte Dirk Brömmel die am Hang gelegene Villa und bekam Familienaufnahmen von Fritz Tugendhat aus den 1930er Jahren zu Gesicht. Brömmel rekonstruierte die Fotostandorte, nahm von diesen neue Fotos auf und legte die alten und neuen Fotos sandwichartig aufeinander. Auf diese Weise entstanden Bilder, die zwischen zwei Zeitschichten eine merkwürdige Distanz zum Gegenstand wahren, aber zugleich vertraut wirken. Dass die Familie Tugendhat 1938 vor den Nationalsozialisten geflohen ist und die Villa anschließend schauderhaft verkam, falsch genutzt und geringgeschätzt wurde, soll hier nicht konkret gezeigt werden, sondern in der simultanen Erkennbarkeit der Ursprungs- und Jetztzeit anklingen. Die Fotografien können auch als eine Art Referenz an die Familie von Grete und Fritz Tugendhat gesehen werden und zeigen gleichzeitig, wie wohnlich Mies van der Rohe gebaut hatte.

26.02.2012 | Carlo d'Orta | Spiegelungen

10. Januar bis 24. Februar 2012

Carlo d‘Orta ist fasziniert von der Welt im Zerrspiegel moderner
Architektur. Er hält mit der Kamera auf die Glasflächen, doch seine
Fotos zeigen nur zum Schein die Fassadenausschnitte. Eigentlich
geht es ihm um das Gegenüber. Und das nicht etwa sauber gespiegelt,
sondern leicht verfremdet – denn Gläser sind keineswegs
perfekt planparallel, sondern den jeweiligen inneren Spannungen
folgend leicht gewölbt, mal konvex, mal konkav, mal beides. Und
in der Summe entstehen dadurch meist sehr rätselhafte, grafisch
reizvolle Abbilder des jeweiligen Gegenübers.

03.01.2012 | Anja Steinmann | Wildwechsel

16. November bis 15. Dezember 2011

Immer wieder geht es Anja Steinmann um das Bauen, um die Baustelle als Sujet. Doch ihre Bilder gehen weit über die reine Dokumentation hinaus. Sie beherrscht die Kunst, den Blick des Betrachters auf die verborgene Schönheit mancher Bauzustände zu lenken, sie der Vergänglichkeit zu entreißen. Ihr Blick ist der eines Schatzsuchers. Wo andere nur flatternde Folien, Zementsäcke, Kieshaufen, Kabelgewirr und Gerüste, also eigentlich nur Dreck und Chaos sehen, findet sie einen reichen Schatz an Bildern. Die Fotos dieser Ausstellung entstanden auf der Baustelle der Thier-Galerie in Dortmund. Anja Steinmann war vom Abriss der Thier-Brauerei bis hin zum Bau des Shopping-Centers dabei. In großformatigen Panoramen führt sie vor, was den meisten – seien sie beteiligt oder nur Zaungäste – auf einer Baustelle verborgen bleibt.

14.11.2011 | FELD | Extracts of Local Distance

 19. Oktober bis 11. November 2011

Das Studio FELD (Frederic Gmeiner, Martin Luge, Benjamin Maus und Torsten Posselt) versteht sich als Schnittstelle zwischen Kunst, Gestaltung und Technologie. So lassen sich unterschiedliche Fähigkeiten in gemeinsamen, interdisziplinären Arbeiten vereinen. In »Extracts of Local Distance« werden Architekturfotografien auf ihre ästhetischen und geometrisch-räumlichen Eigenschaften wie Perspektive, Fluchtpunkte und Formen hin analysiert, in ihre Bestandteile zerlegt, nach Form, Inhalt und ihrer ursprünglichen, räumlichen Position kategorisiert und gespeichert. Aus der so erzeugten Sammlung architektonischer Versatzstücke und Koordinaten werden Collagen geschaffen, die ungewohnte Optionen für die Raumwahrnehmung und -gestaltung bieten. Das Projekt wurde bereits auf Ausstellungen in Helsinki, Lissabon, Berlin und Tokyo gezeigt. Die von Daniel Fuchs eigens für die Galerie f75 kuratierte Ausstellung gibt einen kleinen Einblick in das Projekt und beschäftigt sich vornehmlich mit Bauten des Architekten Richard Meier. Die den Arbeiten zugrunde liegenden Fotos stammen von Klaus Frahm, Hamburg und Roland Halbe, Stuttgart.

20.10.2011 | Claudio Zanon | Autostrade



Ausstellung vom 14. September bis 14. Oktober 2011

Claudio Zanon, 1961 in Venedig geboren, wohnt in Mirano, Italien. Arbeitet in der Informationstechnologie. Seit über zwei Jahrzehnten leidenschaftlicher Fotograf. 1999 Fotografien für die Publikation »Guide to the Botanical Garden of Padua«. 2005 Anerkennung beim architekturbild »Arbeitsplätze«.

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