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Marcus Schwier | intérieurs

19. Juni bis 27. Juli 2012

In der Ausstellung »Intérieurs« zeigt Marcus Schwier Innenräume von Schlössern der Bodenseeregion - aber nicht aus der Perspektive des kulturbeflissenen, in Filzpantoffeln übers Parkett schlurfenden Touristen. Zwar wird auch dessen Bedürfnis nach barocken, prunkvollen Zimmern, Gemächern und Raumfluchten bedient, aber die Mehrzahl der Bilder erlaubt einen Blick hinter die Kulissen. Man sieht Gerüste, sieht Handwerker bei der Arbeit. Soll der schöne Schein aufrecht erhalten werden, muss eben hin und wieder ein wenig repariert,
restauriert und aufpoliert werden.
Marcus Schwier, 1964 in Düsseldorf geboren, hat zunächst Architektur studiert, eine Zeit lang in verschiedenen Architekturbüros gearbeitet, sich dann aber ganz und gar der Fotografie zugewandt. Nach einem Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie arbeitet er seit 1994 als freier Fotograf. Sein Schwerpunkt liegt auf der Architektur- und Landschaftsfotografie. Er arbeitet vorwiegend mit Großformatkameras, aber auch mit der Lochkamera. Seine Arbeiten wurden bereits vielfach ausgestellt und ausgezeichet.

Gerd Jütten | Venedig

17. April bis 25. Mai 2012

Gerd Jüttens Venedig-Bilder wirken gleichsam wie aus der Zeit gefallen. Venedig ohne Markusdom und Rialtobrücke, ohne Souvenirs und Softeis, ohne Menu turistico und vor allem: ohne Touristen. Kehrt tatsächlich jemals Stille ein in dieser Stadt? Auf jeden Fall dürften die Fotos wohl kaum in der Hauptreisezeit oder während einer Biennale gemacht worden sein.
Jütten läßt uns – ohne Pathos und fern von nostalgischer Schwärmerei – in den Kultur- und Lebensraum der Stadt eintauchen. In zeitlosen Schwarzweiß-Aufnahmen zeigt er das trotz aller Abnutzungsspuren und Blessuren immer noch großartig und ursprünglich wirkende Venedig: stille Gassen, Hinterhöfe, Kanäle, Nebenschauplätze. Ja, natürlich auch Gondeln und einige der zahllosen Brücken, aber die gehören nun mal dazu!
Gerd Jütten ist 1961 in Köln geboren und dort aufgewachsen. Nach einer Ausbildung zum Fotografen an der Fachhochschule Köln arbeitete er ab 1988 als Fotodesigner Produzent für audiovisuelle Medien in einem Stuttgarter Kommunikationsstudio. Seit 1994 lebt und arbeitet er als freischaffender Fotodesigner und Medienplaner in der Nähe von Stuttgart. Thematischer Schwerpunkt seiner fotografischen Arbeit: Architektur und urbane Landschaft.

Dirk Brömmel | Villa Tugendhat





1. März bis 5. April 2012

Eine  Visualisierung von Zeit mithilfe der Fotografie kennzeichnet das Verfahren, mit dem der 1968 geborene Fotograf Dirk Brömmel die Villa Tugendhat aufgenommen hat. Mies van der Rohes Meisterwerk von 1929 im tschechischen Brünn steht – nach überaus wechselhafter Geschichte – seit 2001 auf der Unesco-Welterbeliste und ist heute im Besitz der Stadt Brünn. Bevor das Haus wegen anstehender Renovierung 2010 für die Öffentlichkeit geschlossen wurde, besuchte Dirk Brömmel die am Hang gelegene Villa und bekam Familienaufnahmen von Fritz Tugendhat aus den 1930er Jahren zu Gesicht. Brömmel rekonstruierte die Fotostandorte, nahm von diesen neue Fotos auf und legte die alten und neuen Fotos sandwichartig aufeinander. Auf diese Weise entstanden Bilder, die zwischen zwei Zeitschichten eine merkwürdige Distanz zum Gegenstand wahren, aber zugleich vertraut wirken. Dass die Familie Tugendhat 1938 vor den Nationalsozialisten geflohen ist und die Villa anschließend schauderhaft verkam, falsch genutzt und geringgeschätzt wurde, soll hier nicht konkret gezeigt werden, sondern in der simultanen Erkennbarkeit der Ursprungs- und Jetztzeit anklingen. Die Fotografien können auch als eine Art Referenz an die Familie von Grete und Fritz Tugendhat gesehen werden und zeigen gleichzeitig, wie wohnlich Mies van der Rohe gebaut hatte.

Carlo d'Orta | Spiegelungen

10. Januar bis 24. Februar 2012

Carlo d‘Orta ist fasziniert von der Welt im Zerrspiegel moderner
Architektur. Er hält mit der Kamera auf die Glasflächen, doch seine
Fotos zeigen nur zum Schein die Fassadenausschnitte. Eigentlich
geht es ihm um das Gegenüber. Und das nicht etwa sauber gespiegelt,
sondern leicht verfremdet – denn Gläser sind keineswegs
perfekt planparallel, sondern den jeweiligen inneren Spannungen
folgend leicht gewölbt, mal konvex, mal konkav, mal beides. Und
in der Summe entstehen dadurch meist sehr rätselhafte, grafisch
reizvolle Abbilder des jeweiligen Gegenübers.

Anja Steinmann | Wildwechsel

16. November bis 15. Dezember 2011

Immer wieder geht es Anja Steinmann um das Bauen, um die Baustelle als Sujet. Doch ihre Bilder gehen weit über die reine Dokumentation hinaus. Sie beherrscht die Kunst, den Blick des Betrachters auf die verborgene Schönheit mancher Bauzustände zu lenken, sie der Vergänglichkeit zu entreißen. Ihr Blick ist der eines Schatzsuchers. Wo andere nur flatternde Folien, Zementsäcke, Kieshaufen, Kabelgewirr und Gerüste, also eigentlich nur Dreck und Chaos sehen, findet sie einen reichen Schatz an Bildern. Die Fotos dieser Ausstellung entstanden auf der Baustelle der Thier-Galerie in Dortmund. Anja Steinmann war vom Abriss der Thier-Brauerei bis hin zum Bau des Shopping-Centers dabei. In großformatigen Panoramen führt sie vor, was den meisten – seien sie beteiligt oder nur Zaungäste – auf einer Baustelle verborgen bleibt.

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