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Jürgen Pollak | Stuttgart Nacht


Jürgen Pollak präsentiert mit »Stuttgart Nacht« eine beeindruckende Bilderfolge der nächtlichen Stadt. Was Stuttgart sonst bei Tag und bei Nacht beherrscht, scheint darin auf wundersame Weise ausgeblendet: Die Straßen und Verkehrsknotenpunkte in der Autostadt wirken auf Pollaks Bildern wie leergefegt, mit der Kamera zum Stillstand gebracht – so als hätte jemand das Leben selbst angehalten. Pollak läßt die grell ausgeleuchtete Bühne großstädtischer Selbstinszenierung zur Kulisse erstarren. Was tagsüber im Schatten liegt, ist bei Nacht in gleißendes Licht getaucht: Unterführungen, dunkle Ecken, Eingänge, Durchgänge, Tunnel. So wirken vertraute, tagsüber belebte Plätze in seinen Bildern wie verwandelt, sie kommen einem unwirklich und fremd vor. Jürgen Pollaks Bilder sind alles andere als romantisch verklärte Stadtansichten. Er sucht weder Idylle noch Heimeligkeit.  Im Gegenteil, er schaut sachlich und kühl distanziert auf das, was von einer Stadt bleibt, wenn alle Bewegung eliminiert ist.

Rainer Viertlböck | Chabolas


Im Süden Spaniens leben tausende, meist afrikanische Flüchtlinge in selbstgebauten Hütten, so genannten Chabolas. Die Immigranten kommen in der Hoffnung, in den riesigen Obstbauplantagen wenigstens tageweise Arbeit zu finden. Über 90 Prozent haben weder Einnahmen noch bekommen sie Unterstüzung. Die Chabola-Siedlungen werden von den Behörden stillschweigend geduldet. Es sei denn, sie sind in Sichtweite von Touristenstraßen. Dann kommen Bulldozer und machen die Chabolas platt. Besser versteckt entstehen dann aus herumliegenden Abfallmaterialien des Obstanbaus neue Hüttensiedlungen – aus Plastikplanen, Obstkartons, Transportpaletten. Wasser muß oft von weit her geholt werden, gebrauchte Pflanzenschutz- und Düngemittel-Behälter dienen als Kanister.
Die Fotos der Chabolas entstanden im Winter 2012 in der Region von Huelva, dem größten Erdbeer-Anbaugebiet Europas. Die Ansiedlungen verstecken sich dort vorwiegend in den Pinienwäldern, in direkter Nachbarschaft zu den Plantagen. Um die Anonymität der meist illegal dort Lebenden zu schützen, wurden die Hütten menschenleer fotografiert - aber nicht klammheimlich, sondern im Einverständnis mit den Bewohnern und in enger Zusammenarbeit mit vor Ort tätigen afrikanischen Selbsthilfe-Organisationen.

Maximilian Meisse | Venetian Settings


Venedig ist schon so oft fotografiert worden, dass man geneigt ist abzuwinken, da man glaubt, schon alles gesehen zu haben. So kann man sich täuschen. Maximilian Meisse, der nach der Ausstellung »Tempelhof« (Juni 2011) schon zum zweiten Mal in der Galerie f75 präsent ist, zeigt Venedig in Bildern, wie man sie zuvor noch nicht zu Gesicht bekommen hat. 
»Sein Blick auf die Lagunenstadt ist ein anderer als der uns vertraute. Viele Bilder wurden in der Nacht aufgenommen, zeigen Spiegelungen im allgegenwärtigen Wasser, einzelne erleuchtete Fassaden, die Schönheit der Stadt in Details, die sonst leicht übersehen werden.« (aus einem Text über das gleichnamige, im Wasmuth-Verlag erschienene Buch)

Christopher Domakis | Hutong



Das aus dem Mongolischen stammende Wort Hutong bedeutet»enge Gasse«, in Peking beschreibt es die Altstadtviertel, die sich wie ein Irrgarten aus engen, verwinkelten Gassen mit kleinen, alten, grauen Ziegelhäusern um das Gelände der verbotenen Stadt verteilen. Am Abend ist das Lichtermeer der Großstadt trotz der Dunkelheit innerhalb der Hutongs kaum wahrnehmbar. Vereinzelte Laternen erleuchten die Gassen nur sporadisch. Die wenigen Menschen, die am frühen Abend noch unterwegs waren, sitzen längst im Warmen – in einem der vielen Restaurants, Kioske, Spiel- und Teehäuser.
Christopher Domakis, 1984 in Ulm geboren, lebt und arbeitet in Berlin.

Michael Rasche | Mehr als Grau




Die Serie »Mehr als Grau« ist zwischen 1991 und 1996 entstanden. Die Bilder sind analog mit einer 4x5 inch Großformatkamera in stillgelegten Zementwerken aufgenommen worden. In der Ausstellung werden fotografische Kompositionen von Strukturen, Räumen und Gegenständen gezeigt, die ein farbiges Eigenleben entwickelt haben, nachdem sie über viele Jahrzehnte Wind und Wetter ausgesetzt waren. Die Serie wurde erstmals öffentlich gezeigt, nachdem die Fabriken gesprengt und abgebaut waren. Die Serie ist mit dem »FUJI Award« ausgezeichnet worden.
Michael Rasche (*1959 in Erwitte) studierte an der FH Dortmund Fotografie und arbeitet seit 1991 freiberuflich als Fotograf. Haupttätigkeitsfeld: Architektur-
und Industriefotografie. 2002 bis 2007 hatte er an der FH Bochum und der FH Dortmund verschiedene Lehraufträge zur digitalen Bildbearbeitung
zur Architekturfotografie. Ausstellungen (»Prosa«, »BK80« und »Footsteps«) in Anröchte, Dortmund und Düsseldorf.

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